Leipzig wird online ‒ die wachsende Beliebtheit von Online-Angeboten in Leipzig

Wer kennt es nicht ‒ bevor wir durch eine unbekannte Stadt laufen, suchen wir online nach den besten Cafés und Restaurants und öffnen lieber Google Maps, als uns in der Innenstadt zu verlaufen. Heutzutage haben 90 % aller Unternehmen ihre Online-Präsenz perfektioniert, egal, ob es der Bäcker um die Ecke oder der Designerladen auf der Hauptstraße ist. Die Digitalisierung schreitet zunehmend voran und betrifft auch unsere Freizeitbeschäftigungen. Wie sieht Unterhaltung im 21. Jahrhundert in Leipzig aus und warum sehen wir ein stetiges Wachstum der Online-Angebote in unseren Lieblingsstädten?

Streaming, VR und Co.

Die Digitalisierung erobert langsam alle Aspekte unseres Alltags: Mit unseren Smartphones in der Tasche sind wir stets erreichbar und überall auf der Welt mit dem Internet verbunden. Unsere Lieblingsapps zeigen uns den Weg, erledigen komplizierte Aufgaben wie das Berechnen unserer Steuern oder unterhalten uns, während wir uns im Bürostuhl langweilen. Unternehmen, die sich heutzutage im Internet präsentieren, erreichen mehr Kunden, können ihr Branding kreativ einsetzen und jeden Tag geöffnet sein ‒ und das sieben Tage der Woche. Mittlerweile vertrauen wir Unternehmen sogar weniger, wenn sie keine Online-Präsenz besitzen, denn Google My Business und andere Dienste erlauben die Erstellung eines Profils binnen weniger Klicks.

Mit Schlagwörtern wie Digital Marketing und SEO erobern Unternehmen das Internet und verwandeln unsere alltäglichen Tätigkeiten in zunehmend digitale Aktivitäten. Streaming ist das beste Beispiel eines wachsenden Online-Dienstes, der sich gegen seine Offline-Konkurrenten durchsetzt. Netflix hat in den letzten Jahren über 200 Millionen bezahlende User angelockt und seinen Dienst auf eigens produzierte Serien und Filme erweitert. Herkömmliche TV-Sender, die ältere Serien in einer Endlosschleife zeigen und kaum Eigenproduktionen anbieten, können mit dem Streaming-Giganten kaum mithalten. Dazu gesellen sich immer mehr Serien, die in anderen Ländern als den USA produziert und mit Untertiteln versehen werden. Beispielsweise zeigt Amazon Prime vermehrt Filme und Serien aus der Region der Zuschauer, während Dienste wie die ZDFmediathek den Zugang auf deutsche Inhalte aus der ganzen Welt ermöglichen.

Das dauerhaft wechselnde Angebot ist in vielen Unterhaltungsbranchen ein Trend. So werden unsere Tablets und Computer täglich mit neuen Apps und Spielen aktualisiert und bieten zahlreiche Genres an, sodass der Fantasie der User keine Grenzen gesetzt sind. Auch Unterhaltungsprogramme vor Ort haben sich diesen Trends angepasst und übertragen ihre Inhalte online, damit Nutzer von überall aus in der Welt in den Genuss ihrer Sportveranstaltungen, Theateraufführungen und Kinofilme kommen. Das Fußballspiel soll an einem Tag stattfinden, an dem der User keine Zeit hat? Kein Problem, denn online können wir von unserem Smartphone aus bequem jeder Zeit den Stand des Spiels überprüfen oder die Übertragung aufzeichnen, damit sie später angesehen werden kann. Selbst Museen führen Zuschauer heute digital durch ihre Räumlichkeiten oder zeigen Präsentationen zu ihren Ausstellungen, wie es das Schumann-Haus in Leipzig vorgemacht hat. Viele öffentliche Einrichtungen sind bereits mit der Zeit gegangen und bereiten sich auf einen stets wachsenden Trend der Digitalisierung vor.

Dabei sollte es kein Wunder sein, dass sich Unternehmen, die ein spezielles Lebensgefühl oder eine Lebensweise verkaufen, ebenso an ihrer Präsenz im Internet gefeilt haben. Gourmetrestaurants haben die Bedürfnisse der Kunden erkannt und bieten fertige Gerichte an, die zu Hause nur aufgewärmt werden müssen, um den Luxus des Restaurants ins eigene Wohnzimmer zu holen. Casinos öffnen ihre Pforten im Browser und lassen Spieler mit Moderatoren von ihren Bildschirmen aus interagieren, gleich wie sie es im echten Casino vor Ort machen würden. Im Live Casino geht beispielsweise das Gefühl der Exklusivität nicht verloren, denn Spiele wie Blackjack oder Roulette suggerieren auch im Internet das Gefühl einer persönlichen Erfahrung, die den Spieler gefühlt direkt nach Las Vegas oder Atlantic City transportiert. Warum also das Wohnzimmer verlassen, wenn wir uns bequem von der Couch aus in Casinos, Gourmet-Restaurants oder sogar Städte bewegen können? Via Virtual Reality können wir bereits heute durch die Straßen von exotischen Städten laufen. Jede Stadt könnte sich somit bald in Leipzig verwandeln, gerade wenn unsere Lieblingsshops vor Ort ihre Dienste ebenso online anbieten.

Der Online-Trend in Leipzig

Laut dem Smart City Index 2020 liegt Leipzig an der zwölften Stelle in ganz Deutschland, wenn es um digitale Revolution und Innovation in einer Großstadt geht. Die Studie untersucht jährlich, wie gut die deutschen Städte ihre Systeme im Bereich Verwaltung, Umwelt, Kommunikation und Mobilität verbessern. In der Unterkategorie Gesellschaft hat es Leipzig mit 93,3 Punkten sogar auf den zweiten Platz geschafft. Die Ansiedelung vieler Start-ups und FabLabs (offener Werkstätten) in Leipzig hat maßgeblich zu dieser exzellenten Bewertung beigetragen, jedoch beeinflussten auch der Fokus auf Daten und barrierefreier Terminplanung das Endergebnis. Das „Open Data Plattform“-Projekt der Stadt Leipzig soll Datensätze aus der öffentlichen Verwaltung und offiziellen Statistiken zur Verfügung stellen und hat dafür gesorgt, dass Leipzig heute zu den digitalsten Städten Deutschlands zählt. Leipzig wird nicht umsonst Hypezig genannt.

Neben seiner innovativen, jungen Unternehmensszene hat Leipzig auch an der Inklusion seiner Bürger und Bürgerinnen gearbeitet. Das Projekt Hardware for Future soll elektronische Geräte an bedürftige Bewohner Leipzigs übermitteln und dabei nachhaltige Arbeit für den Umweltschutz leisten. Statt Geräte zu entsorgen, setzt das Projekt Ressourcen ein, um alte Computer und Laptops wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Des Weiteren haben sich die Leipziger Städtischen Bibliotheken dafür eingesetzt, zahlreiche Dienste online via Bibliotheksausweis zugänglich zu machen. Diese inkludieren den Zugang zu E-Books, Hörbüchern, Spielfilmen und sogar klassischer Musik. Streaming auf eine etwas andere Art.

Ein Trend für die Zukunft?

Schon heute sind Deutschlands Städte am Vormarsch, wenn es um die sogenannte Smart City geht, eine Stadt, die ihre Bewohner leitet und lenkt. Mit immer freier zugänglichem Hochgeschwindigkeitsinternet und transparenten Datensätzen könnten sich unsere Städte in wenigen Jahren den technischen Quantensprüngen des Internets anschließen. Selbstfahrende Autos und Taxis sind erst der Anfang einer vernetzten und automatisierten Stadt. Chicago setzt in den USA beispielsweise bereits Daten ein, die Bewohner besser durch den öffentlichen Verkehr führen sollen. In den nächsten Jahren werden wir weitere Entwicklungen sehen, die das gemeinsame Leben in Europas Großstädten nicht nur organisierter, sondern auch umweltfreundlicher gestalten werden. Themen wie Energiesparsamkeit, öffentliche Verkehrsmittel und sogar Müllverarbeitung könnten binnen kurzer Zeit online verwaltet werden. Dies würde Städten wie Leipzig Zeit und Geld sparen sowie den Bewohnern mehr Mitspracherecht in Entscheidungen garantieren. Das bessere Miteinander ist für viele Menschen ein zentraler Aspekt der Smart City, denn es sollten vor allem die Bewohner eines Ortes sein, die ihre Lebensräume gestalten. Singapur hat es in Asien bereits vorgemacht und wir können auch in Europa auf eine vernetzte Welt hoffen, die sich via Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz in einen Freiraum der Inklusion entwickeln könnte.

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