Traute Zweisamkeit: So wird beim Kredit gespart

Banken ermöglichen ihren Kunden, einen Kredit alleine oder gemeinsam mit einer zweiten Person aufzunehmen. Das kann sinnvoll sein, da Verbraucher bessere Kreditangebote erhalten – und das spart bares Geld. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran das liegt und was Sie bei einem Kredit zu zweit beachten müssen.

Kredite werden aus den unterschiedlichsten Gründen aufgenommen: Für plötzlich anfallende Ausgaben wie die Reparatur des Autos, zur Umschuldung alter, teurerer Kredite oder zur Erfüllung des Traums vom Eigenheim. In allen Fällen kostet die Kreditaufnahme Geld – in Form von Zinsen, die die Banken für die Kreditvergabe verlangen. Wie hoch die Kosten für den Kredit tatsächlich ausfallen, können Verbraucher zum Teil selbst beeinflussen. Die Kreditkonditionen sind nämlich unter anderem von der Bonität des zukünftigen Darlehensnehmers abhängig. Diese wiederrum lässt sich verbessen, beispielsweise indem ein zweiter Kreditnehmer als zusätzliche Sicherheit für die Bank im Kreditvertrag eingetragen wird. Dies erhöht zudem die Annahmewahrscheinlichkeit für einen Kredit. Als zweiter Kreditnehmer eigenen sich nicht nur der Ehe- oder Lebenspartner, auch Familienangehörige oder enge Freunde kommen infrage, sofern sie sicheres und ausreichendes Einkommen nachweisen können, um die Kreditwürdigkeit zu erhöhen.

Zweiter Kreditnehmer senkt Zinsen um bis zu 13 Prozent

Wieviel sich mit dieser Vorgehensweise tatsächlich sparen lässt, zeigen die Zahlen des Vergleichsportals CHECK24: Einzelne Kreditnehmer zahlten 2018 für einen Kredit über 10.000 Euro mit 84-monatiger Laufzeit einen effektiven Jahreszins von 4,00 Prozent. Für ein gemeinsam aufgenommenes Darlehen mit gleicher Kredithöhe und Laufzeit wurden nur 3,28 Prozent fällig. Der zweite Kreditnehmer verbesserte den Zinssatz somit um 13 Prozent und verringerte die Zinskosten um 193 Euro. Bei einem Kreditbetrag von 20.000 Euro sanken die Zinsen um elf Prozent, die Zinskosten sogar um 296 Euro. Doch mit der Ersparnis gehen auch Pflichten einher. Der zweite Darlehensnehmer muss die gleichen Angaben an die Bank übermitteln und auch seine Finanzen offenlegen. Denn im Gegensatz zu einem Bürgen ist der zweite Kreditnehmer dem ersten rechtlich gleichgestellt.

Vorsicht: auch das Risiko ist geteilt

Bei einem gemeinsamen Darlehen haften beide Parteien – egal ob Paare, Verwandte oder Freunde – gesamtschuldnerisch, also jeder in der vollen Höhe des Kreditbetrags. Das heißt, dass die Bank bei der Zahlungsunfähigkeit eines Kreditnehmers den gesamten Schuldbetrag vom jeweils anderen einfordern kann. Zudem erhalten beide Kreditnehmer Einträge in ihrer Schufa-Akte. Zu beachten gilt es auch, dass eine Streichung des zweiten Kreditnehmers aus dem Vertrag nur schwer oder im Zweifel gar nicht möglich ist. Sollten sich die Einkommensverhältnisse seit der Aufnahme des Kredits nicht verändert haben, stimmt die Bank einem solchen Vorhaben wahrscheinlich nicht zu.

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