Absicherung gegen den Brexit: Investmentfonds wenden sich Kryptowährungen zu

In Zeiten politischer Unsicherheit ist es nichts Ungewöhnliches, dass Anleger sich nach alternativen Werten umsehen. Traditionellerweise ist Gold in solchen Fällen die erste Wahl. Die große Anzahl an Spekulanten hat allerdings in letzter Zeit dazu geführt, dass viele Edelmetalle an Attraktivität eingebüßt haben. Technikaffine Investoren setzen seit längerem auf Kryptowährungen, denn diese haben in der Vergangenheit oft von einem Abwärtstrend der Märkte profitiert. Auch Hedgefonds folgen mittlerweile dem Beispiel von Privatanlegern, die mit Software wie Bitcoin Trader in den Kryptomarkt investieren. An Aktualität gewonnen hat das Thema ausgerechnet dank des Brexit. Denn für die Fondsmanager stellt die Unsicherheit, die aus dem ständigen Hin und Her zwischen London und Brüssel entsteht, eine große Belastung dar. Bei einem No-Deal-Brexit ist mit erheblichen Einbußen in der Wirtschaft zu rechnen. Das dürfte auch an den mächtigen Hedgefonds nicht spurlos vorübergehen. Wird sich diese Entwicklung spürbar auf die Preise von Bitcoin und anderen digitalen Währungen auswirken?

Anhaltende Verunsicherung durch den Brexit

„Lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende mit Schrecken“ - Das scheint derzeit das Motto des britischen Parlaments zu sein. Seit dem Ausgang des Brexit-Referendums wird hier lautstark über die Umsetzung des Votums gestritten. Eine harte Linie gegenüber Brüssel, Zugeständnisse oder gleich ein neues Referendum? Die Abgeordneten konnten sich bisher auf keine dieser Varianten einigen und torpedieren den Kurs der Regierung, ganz gleich wie er ausfällt. Was für unbeteiligte Betrachter wie eine skurrile Komödie wirkt, ist für die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs und der EU ein Desaster. Anleger halten sich mit Investitionen zurück, denn der Ausgang der Brexit-Thematik ist völlig unklar.

Auswirkungen des Brexit auf das Pfund

Wie sich derartige Probleme auf den Wert der Landeswährung auswirken kann, zeigt eindrucksvoll der Verlauf des Pfund Sterling-Wechselkurses. Nachdem das Ergebnis des Brexit-Referendums bekannt wurde, begann eine monatelange Talfahrt. Zwischendurch erholte sich das Pfund zwar ein wenig, die anhaltenden Streitigkeiten im Laufe dieses Jahres rissen den Kurs aber wieder nach unten. Genau diese Abhängigkeit von der nationalen Wirtschaftslage und politischen Gegebenheiten ist eines der Hauptprobleme der klassischen Währungen. Kryptowährungen könnten in Zukunft dazu beitragen, den Verlust durch solche Währungsschwankungen zu reduzieren. Das haben viele Privatanleger schon vor Jahren erkannt.

Ziehen Investmentfonds jetzt nach?

Viele Investmentfonds verhielten sich während dieser Zeit konservativer. Sie verfolgten zwar die Situation am Krypto-Markt und stiegen teilweise auch mit kleineren Investitionen ein. Große Käufe blieben aber bislang aus. Das könnte sich jetzt ändern, denn die Fonds suchen nach Möglichkeiten, sich gegen die Folgen des Brexit abzusichern. Ein möglicher Kandidat sind eben die Kryptowährungen. Allerdings sind sich nicht alle Beobachter einig, dass diese Anlageform tatsächlich die beste Form des „Hedgings“  ist. Bisher hat sich Bitcoin jedenfalls von den Turbulenzen in Großbritannien recht unbeeindruckt gezeigt und seinen Wert seit dem Referendum um mehr als 1000% erhöht. Je näher der endgültige Austritt der Briten rückt desto mehr Klarheit wird herrschen. Steigen die Kurse immer weiter an, je näher der Austrittstermin rückt, könnte das an einem erhöhten Interesse durch die Hedgefonds liegen. Bleibt der Kurs hingegen gleich oder fällt sogar, lässt sich daraus unter Umständen der gegenteilige Schluss ziehen. Schon in wenigen Monaten dürfte die Krypto-Szene mehr wissen.

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