Umwelt & Politik: 3 Sofortmaßnahmen für den Gebrauchtwagenhandel der Zukunft

Die Automotive-Branche ist derzeit in Aufruhr. Insbesondere Vermarkter von Neuwagen fragen sich, wie es weitergehen soll, wenn Politik und Umweltaktivisten nach immer drastischeren Auflagen für Automobile mit Verbrennungsmotor rufen. Auch Anbieter gebrauchter Fahrzeuge bekommen die Veränderungen rund um Klimapaket und Umweltschutz zu spüren. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Entwicklungen gerade besonders wichtig sind und wie Gebrauchtwagenhändler darauf ab sofort reagieren können.

Eigentlich ist der Gebrauchtwagenhandel von der allgemeinen, durch sinkende Zahlen bei den Neuzulassungen bedingten Krise des Automobilhandels bislang relativ unberührt geblieben. Das liegt vor allem an der hohen Nachfrage bei gebrauchten Fahrzeugen. Alleine im April 2019 gab es 754.063 Halterwechsel in Deutschland. Hinzukommt: Die Gebrauchtwagenpreise sind derzeit auf einem Allzeithoch. Und die Nachfrage steigt weiterhin.

Doch sie steigt nicht in allen Bereichen. Gefragt sind beim Verbraucher heute in erster Linie vergleichsweise junge Fahrzeuge mit möglichst niedrigen Kilometerständen und sparsamem Verbrauch. Ein Trend, der sich deutlich verstärken dürfte, während es gleichzeitig immer schwerer wird, ältere Modelle mit ihrem zum Teil hohen Kraftstoffbedarf und ihren ungünstigen Abgaswerten überhaupt noch am deutschen Markt zu platzieren.

Das Klimapaket als Geburtshelfer der Veränderung?

Denn mit dem am 23. Oktober 2019 von der Bundesregierung verabschiedeten Klimapaket plant der Gesetzgeber nicht nur die in mehreren Schritten bis 2030 erfolgende Verteuerung von Treibstoff. Darüber hinaus will er die Kfz-Steuer durch dynamische Erhöhungen zukünftig an den Spritverbrauch eines Fahrzeuges anpassen. Elektro-Autos sollen hingegen durch staatliche Prämienzahlungen und steuerliche Förderung ihren Marktanteil weiter steigern - auch wenn der zurzeit noch deutlich unter 2 % liegt.

Der Gebrauchtwagenhandel hat nun zwei Möglichkeiten: Diese Entwicklungen lautstark beklagen. Oder den Einfluss von Politik und Umwelt als eine Art Geburtshelfer für nötige Veränderungen nutzen - zum Beispiel durch die drei folgenden Sofortmaßnahmen:

1) Das Mindset verändern

Viele Gebrauchtwagenhändler verstehen sich ausschließlich als Berater rund um Ausstattungsdetails, technische Daten und Finanzierung von ihnen vermarkteter Fahrzeuge. Dieses Mindset bedarf einer Veränderung. Gebrauchtwagenhändler sind heute nicht nur als Autovermarkter, sondern ebenso als Umwelt- und Kfz-Steuerberater ihrer Kunden gefordert.

Tipp: Erstellen Sie für jedes Fahrzeug in Ihrem Angebot ein kleines Umwelt- und Steuerdossier.

2) Die Produktpalette optimieren und neu segmentieren

Wenn überhaupt teilen Gebrauchtwagenhändler ihr Angebot zum Beispiel nach Klassen oder Marken ein. In Zukunft sollten eher Umwelt- und Steuergedanken bei der segmentierten Präsentation gebrauchter Fahrzeuge die Hauptrolle spielen. Dabei gilt es, den Angebotsanteil sparsamer und deshalb langfristig günstigerer, jüngerer Modelle stets möglichst hoch zu halten.

Tipp: Setzen Sie bei der Steigerung des Anteils junger und umweltfreundlicher Modelle auf professionelle Einkaufsquellen für Wiederverkäufer. Unter https://www.adesa.eu/de/home finden Sie ein weit diversifiziertes und hochwertiges Angebot.

3) Möglichst frühzeitig das Thema E-Mobilität integrieren

Elektroautos sind im Gebrauchtwagenhandel bislang rar. In den nächsten Jahren wird sich das jedoch ändern. Wer als Gebrauchtwagenhändler frühzeitig E-Mobilität thematisiert, sendet damit Signale, die sich positiv auf Image und Absatz auswirken.

Tipp: Versuchen Sie, der erste Automobilhändler in einem gewissen Radius rund um Ihre Betriebsstätte zu sein, der seinen Kunden eine nennenswerte Auswahl gebrauchter Elektroautos bietet. Nutzen Sie bereits diese Absicht, um damit gezielt PR zu betreiben.

Mehr zum Thema: KFZ-Zulassungsstelle Leipzig

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