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Hauptseite / Nachrichten / Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Leipzig: Internationales Frauenfußballcamp und –turnier „Kick it!“

Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Leipzig: Internationales Frauenfußballcamp und –turnier „Kick it!“ (31.07.2009)

Der Lokale Aktionsplan Leipzig fördert vor allem Initiativen und Projekte, die sich mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auf Stadtteilebene direkt auseinandersetzen. Besonderen Wert wird dabei auf öffentlichkeitswirksame Aktionen gelegt, die Bürgerinnen und Bürger für die Problematik sensibilisieren und die Vernetzung und Arbeit verschiedener engagierter Organisationen in Leipzig unterstützen. „Wir müssen den LAP mehr ins Gespräch der Stadtgesellschaft bringen“, betont Dr. Siegfried Haller, Vorsitzender des Begleitausschusses des Leipziger Aktionsplanes.

Dafür wurde jetzt ein spezielles Projekt für die Öffentlichkeitsarbeit neu in die Förderung aufgenommen, wie Haller erläutert. Projektträger ist das Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig [FZML]. Teil dessen ist eine PR-Kampagne, die über den Lokalen Aktionsplan Leipzig und das Internationale Frauenfußballcamp und -turnier „Kick it!“ vom 3. bis 15. August, organisiert vom eurient e.V., informiert.

Auch in diesem Jahr wird Leipzig zu einem Treffpunkt von 30 fußballgegeisterten jungen Frauen. Teilnehmerinnen aus Algerien, Jordanien, Palästina, Bulgarien und Malta werden zusammen neben einem sportlichen auch ein interkulturelles Training absolvieren. Wie schon im Jahr 2008 ergibt sich dadurch die Chance, durch den Fußball im Sinne des „Fair Play“ gegenseitiges Vertrauen zu schaffen und Barrieren spielerisch zu überwinden.

Das gemeinsame Fußballcamp für arabische und europäische junge Frauen bringt verschiedene kulturelle Identitäten zusammen. Hier kann sich zeigen, dass stereotype Denkmuster und Vorurteile wie sie beidseitig des Mittelmeerraums bestehen, aufgebrochen und neu durchdacht werden können. Dies geschieht einmal bei den Teilnehmerinnen des Camps durch gemeinsames Training und Unternehmungen. Zum anderen bei einem breiten Publikum, das durch vielfältige öffentlichkeitswirksame Aktionen an dem sportlich-interkulturellen Zusammentreffen teilnimmt. Höhepunkt bildet, eingebettet in einen Frauenfußballtag, das Abschlussturnier am 14. August, organisiert in Zusammenarbeit mit der Faninitiative „Bunte Kurve“.

Seit 2008 wird in Leipzig zudem ein Aktionsfonds gefördert, der flexibel kleinere Maßnahmen und Projekte unterstützt, die rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Tendenzen vor Ort mit zivilgesellschaftlichen Mitteln begegnen. Angesprochen sind dabei besonders Bürgerinitiativen, die bisher aufgrund der fehlenden Gemeinnützigkeit nicht selbst Projektgelder im Lokalen Aktionsplan beantragen konnten. Dazu gehören auch Schulungen und Praxisbegleitungen für Bürgerinitiativen oder Vereine, um diese in ihrem Wirken gegen Rechtsextremismus unterstützen und stärken. Dafür wurden Träger gewonnen, die Schulungen über rechtsextremistische, fremdenfeindliche und antisemitische Erscheinungsformen, als auch praxisnah für die tägliche Arbeit und Zusammenarbeit der Bürgerinitiativen anbieten.

Die Stadt Leipzig beteiligt sich seit Oktober 2007 mit einem Lokalen Aktionsplan (LAP) am Bundesprogramm „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“.

Rückblick

In dem insgesamt auf drei Jahre angelegten Programm können Kommunen pro Förderjahr bis zu 100.000 Euro beantragen, um Projekte und Initiativen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu stärken sowie Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus entgegen zu treten.

Dafür hat Leipzig einen Lokalen Aktionsplan etabliert, in dem die Stadt Ziele zur Bekämpfung rechtsextremistischer, fremdenfeindlicher und antisemitischer Tendenzen und zur Förderung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie formuliert. Diese Ziele werden unter mehrheitlicher Beteiligung von Akteuren aus der Zivilgesellschaft umgesetzt.

Der Lokale Aktionsplan Leipzigs enthält eine klare Schwerpunktsetzung: Leipzig strebt erstens einen positiven Schub in der Ausprägung eines Toleranzverständnisses für vielfältige Lebensformen an, zweitens eine Kompetenzstärkung von Akteuren der Zivilgesellschaft in der Vermittlung demokratischer Werte und im Wirken gegen rechtsextremistische Ideologie und Gewalt.

Bisher konnte Leipzig im Lokalen Aktionsplan 305.000 Euro über das Bundesprogramm beziehen, um diese Mittel an Projekte weiterzuleiten. Die Entscheidung über zu fördernde Projekte fällt im Begleitausschuss, der sich aus Vertretern der Zivilgesellschaft und der Verwaltung zusammensetzt. Dadurch sind neue Strukturen der Zusammenarbeit entstanden.

Im ersten Förderzeitraum wurden vor allem präventive Projekte im Bereich der Integrationsförderung und der Förderung von Toleranz und Vielfalt umgesetzt. Hauptzielgruppen sind Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrer, Erzieher, Migranten und einflussreiche lokale Akteursgruppen.

Mit den bisher geförderten Projekten wurden an Schulen und Kindergärten, in Bürgerinitiativen und Großveranstaltungen wie dem Courage Festival und dem Zug der Erinnerung viele Tausend Leipziger Bürger erreicht, sei es als Teilnehmende von Workshops und Projekten oder als Besucher von Veranstaltungen.

 

Ausblick

Die jüngsten Wahlergebnisse in Sachsen zeigen, dass Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keine Probleme am Rande der Gesellschaft sind, sondern in ihrer Mitte entstehen. Der Lokale Aktionsplan soll im nächsten Förderzeitraum 2010 verstärkt genutzt werden, um dieser Entwicklung zu entgegnen. Dazu wird er entsprechend der aktuellen Problemlage in Leipzig weiterentwickelt. Im Oktober 2009 wird für den Förderzeitraum 2010 ein neues Interessenbekundungs- und Antragsverfahren beginnen.


Leipzig Stadtmagazin

Leipzig, 29.07.2010

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