Training in den Alpen für Gipfelbesteigungen, insbesondere des Island Peaks

Viele halten den Island Peak für technisch leicht und objektiv sehr sicher. Das ist er zweifellos auch im Gegensatz zu vielen anderen Sechstausendern des Himalaya. Allerdings im Vergleich zu den meisten Viertausendern der Alpen ist er auf gar keinen Fall einfach, vor allem weil er eben so viel höher ist.

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Der Island Peak im Abendlicht von Chukhung aus gesehen

Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, diesen Himalaya-Riesen erfolgreich zu bezwingen, also das sichere Gehen im leichten Klettergelände und auf Steigeisen, der Umgang mit dem Pickel und der Steigklemme (Jümar), das Abseilen am einfachen Halbseil und das richtige Verhalten am fixierten Seil müssen hundertprozentig beherrscht werden. Hundertprozentig bedeutet auch bei großer Kälte mit Handschuhen, bei Sturm, schlechter Sicht oder einem Notfall und natürlich bei sehr großer womöglich nie gekannter Erschöpfung.

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Dazu benötigt man Übung. Das Abseilen und die Benutzung der Steigklemme sowie das Verhalten am Fixseil können wir in der Sächsischen Schweiz oder auch an künstlichen Kletteranlagen üben. Allerdings unterscheiden sich die äußeren Bedingungen dann in der Regel sehr deutlich von dem, was wir im Himalaya vorfinden werden. Das Gehen auf Steigeisen und der Umgang mit dem Pickel allerdings sollte auf alle Fälle in den Alpen trainiert werden, wenn der Gipfelaspirant dies nicht schon sehr gut beherrscht.

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Seit dem Jahr 2003 ist ein solches Training für meine weniger geübten Gäste obligatorisch. Unser Stützpunkt ist entweder das Taschachhaus im Pitztal oder die Leipziger Hütte im Stubaital. Beide Hütten sind in unmittelbarer Nähe von Gletschern, die ein nahezu ideales Übungsgebiet für das Bergsteigen im Eis darstellen. Zwei Tage lang werden wir Fixseile an steilen Passagen des Gletschers verlegen und an ihnen mit Jümar und Abseilacht trainieren, Fixpunkte auf- und wieder abbauen, eine Gletscherwanderung durchführen und eine kleine Bergtour machen. Am Abend üben wir die gängigsten Knoten auf der Hütte.

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Die Resonanz meiner Gäste auf diese vier Tage ist immer äußerst positiv. Nicht nur, dass alle viel gelernt haben und nun gut vorbereitet in ihr Abenteuer Himalaya gehen können. Schwierige Situationen braucht nun niemand mehr zu fürchten. Wir konnten uns darüber hinaus sehr gut kennenlernen und hatten viel Spaß miteinander.  So bleibt mir nur zu hoffen, daß zukünftig noch mehr meiner Gäste diese Möglichkeit, sich auf ihren großen Berg so gründlich vorzubereiten, nutzen werden.

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Meine Gäste für die Nepaltour 2009 vor dem Tor des Sulzenauer Gletschers